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Montag, 11. März 2013

kraftplätze


...kennt ihr das …diese plätze ….im laufe eines lebens …die so intensiv sind, dass man sich immer wieder und wieder daran erinnert   …zu ihnen zurückkehrt oder einfach aus der erinnerung an sie ruhe schöpft und neue kraft finden...


geht es nur mir so? nein, ich denke nicht!

einer meiner ersten „kraftplätze“ an die ich mich erinnern kann ..ist der zwetschgenbaum im weitläufigen garten meiter großmutter aus meiner kindheit  …ein verwachsenes uraltes gewächs mit sauer schmeckenden zwetchgen (pflaumen) …mit meinem „schaukelast“ …ein dicker knorriger seitenast an dem meine schaukel befestigt war ….zwei dicke verflochtene seile und ein simples holzbrett als sitzfläche …aber für mich war es alles …mein trohn …mein rennauto …meine wolke …mein pferd …mein platz zum träumen …zu ihm hab ich mich geflüchtet wenn mich mein kummer schier erdrückt hat …wenn ich mich unverstanden, ungeliebt gefühlt habe!
er war für mich da …hat mich in seinem blätterwald willkommen geheissen …mich aufgefangen und getröstet …in ihm durfte ich träumen …in ihm war ich ich!!! bei ihm durfte ich das kleine schutzlose mädchen sein das keiner wollte, das zur großmutter abgeschoben wurde, das nie körperliche zuneigung erfahren hatte …und er machte mich zur prinzessin …zum vogel der seine flügel ausbreitet …zum wesen das unter seinem blätterdach träumen durfte!!! … leider gibt es diesen platz nicht mehr…

der zweite wichtige kraftplatz in meinem leben war viele jahre später mein selber angelegtes moorbeet in meinem garten …mit vielen unterschiedlichen rododendrendenarten …bunt blühend im sumpfigen beet …meine kleine bank vor dem daneben stehenden gartenhäuschen …der geblümte polster und die erinnerung daran wieviele stunden ich darauf verbracht habe …viele tränen ich geweint habe und meinen träumen nachgehangen habe …mir ausgemalt habe was wäre wenn… 

auf einer meiner reisen in die karibik habe ich vor einigen jahren meinen dritten kraftplatz gefunden (oder er mich?) auf der insel bequia in der karibik …ein kleines cafe (gingerbread) mit wundervollen schattenspendenden bäumen, zwitschernden vögeln und einer wunderbaren warmen, angenehmen atmosphäre …unbeschreiblich …da will ich irgendwann wieder hin …mich wieder in einen der bequemen sessel fallen lassen …die segelschiffe beim an- und ablegenbeobachten …träumen.. geniessen…


und jetzt habe ich wieder so einen platz… auf meiner terrasse… mit blick über teile von wien… am abend mit beleuchtung besonders friedlich und still und leise.. und ich kann es kaum erwarten, dass der frühling wirklich kommt… ich mich abends in einen meiner bequemen gartensessel mit einem glas rotwein kuscheln kann und träumen …und kraft tanken kann…



..all diese plätze haben mich begleitet, geprägt und sind in meiner erinnerung eingebrannt …und keinen von ihnen möchte ich missen…
erzählt mir von euren kraftplätzen…


Kommentare:

  1. Jeder braucht solche Plätze seines Lebens, die Sehnsucht nach Rückwärts, nach der ungebundenen Freiheit des Seins!
    Ich selbst, fast 80 Jahre alt, habe solche Rückzugsplätze für mich selbst entdeckt - allerdings in Ermanglung realer Platzmöglichkeiten bleibt dann nur das Zurückziehen in die Traumwelt.
    Aber das ist auch eine Möglichkeit, oder?
    Shalom, sagt Poetikon

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