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Donnerstag, 22. August 2013

..die nächsten jahre



sie zieht sich immer mehr in ihre phantasiewelt zurück, in dieser ist sie glücklich, dort wird sie geliebt. in der schule ist sie mittelmässig, sie könne mehr wenn sie sich anstrengen würde, aber sie will nicht, ist trotzig, fälscht die unterschrtift der oma wenn die erhaltenen noten nicht deren erwartungen entsprechen um den schlägen oder dem keller zu entrinnen. sie ist ganz gut darin, denn die oma hat eine sehr kindliche schrift. aber manchmal fliegt sie doch auf und das echo ist natürlich dementsprechend….


sie hört immer wieder welch böses undankbares kind sie ist und dass sie im heim wäre wenn sich nicht die oma erbarmt und zu sich geholt hätte. 

viele freunde hat sie nicht, nur zwei drei und die kann sie auch nie zu sich einladen zum spielen (wegen der oma und dem plumpsklo usw…) weil sie sich schämt…. 

taschengeld bekommt sie auch keines oder wenn dann nur heimlich zugesteckt von der mutter bei einem ihrer raren besuche. 

sie fühlt dass oft der neid in ihr ist, auf die anderen, die all das haben was sie sich wünscht. sie versteht die ungerechtigkeit nicht.....

...verzweiflt oft an der kälte der oma. heute weiß sie, dass diese nichts dafür konnte, dass sie war wie sie war, sie hat selber niemals liebe kennengelernt und konnte keine geben…..


...es gäbe noch viele dinge aus der jugend, die man hier schreiben könnte, aber das wühlt sehr auf aber ich denke man kann sich vorstellen, dass es auch in den kommenden jahren nicht besser wurde, eher das gegenteil. 


...eines ist ihr noch so sehr in erinnerung…. eines tages bekommt die hauskatze der oma junge (ich weiß nicht mehr wie viele es waren 4 oder 5..) sie hat sie vom ersten tag an ins herz geschlossen, sie weiß nicht warum man sie ca 6 wochen leben ließ, besser wäre gewesen sie hätte sie niemals gesehen, denn sie hatte ihr kleines herz an sie verloren, begutachtete und streichelte sie jeden tag… erlebte wie sie augen öffneten und ihre ersten kleinen tappsigen schritte machten… und dann nach eben diesen ca. 6 wochen kam der onkel (ohne darauf rücksicht zu nehmen dass sie im garten war und spielte…) packte alle in einen sack und …..
erschlug sie….. kein wort des trostes.... keine erklärung.... NICHTS



sie hat sehr lange gebraucht um diese bilder zu verdrängen….

sie entwickelte eine fähigkeit worte und taten an sich abprallen zu lassen und sie in ihrer gedankenwelt umzukehren. 

ihre überlebensstrategie wird immer mehr: "aus jeder noch so kleinen positiven begebenheit für sich etwas wunderschönes zu machen".  

.....und der gedanke bald groß zu sein hält sie aufrecht….



...denn dann....dann wird alles anders ...... vielleicht.......

gross werden?


f und g und ihre eltern fahren auf urlaub an den ossiachersee in kärnten. sie darf nicht mit. f und g fahren mit ihren eltern fast jedes wochenende auf einen ausflug. manchmal darf sie mit. wenn sie besonders brav war. dann darf sie mit, bekommt im wirtshaus auch ein paar würstel und ist unendlich stolz das sie auch dabei sein darf. manchmal wenn sie „brav“ war darf sie in den ersten stock und mit f und g märchenplatten hören. aber das ist meistens nur zu weihnachten. ab und zu, wenn sie ihre aufgaben gemacht hat darf sie auch fernsehen (onkel und tante haben einen fernseher gekauft) den kasperl am mittwoch nachmittag und manchmal das sandmännchen. am freitag ist immer badetag. sie darf dann an dritter stelle (nach f und g) in deren lauwarmes badewasser. und wenn die tante grad schlecht gelaunt ist dreht sie ihr wenn sie in der wanne sitzt das licht ab und schreit: „strom sparen“! und dann lachen alle über sie weil sie so viel angst im dunkeln hat!


sie wird immer verschlossener.
wenn sie schlimm ist (wiederworte gegeben hat oder keine 1 auf schulaufgaben hatte oder frech war) muss sie manchmal in den keller. oma findet dass das eine angemessene strafe ist. da hat man zeit im dunkeln um nachzudenken. sie hat angst im keller

da wohnen fledermäuse.........

Samstag, 17. August 2013

sie ist gewachsen





sie darf jetzt in den kindergarten. stolz ist sie und schon so groß. eigenartig ist nur, alle anderen haben eine mama und einen papa… sie hat nur eine oma. obwohl eine mama gibt’s da auch, aber die sieht sie nur sehr selten…2-3x im jahr… die hat so viel zu tun. sie kann nicht kommen…und der papa auch nicht…doch einmal war er da, als sie so 4 jahre alt war…und es hat sich eingeprägt, denn es war das einzige mal dass er sie besucht hat, danach nie wieder. 

aber sie hat einen papa und eine mama…

sie weiß das ganz genau. nur ein bisschen anders als bei den anderen im kindergarten. aber es gibt sie, das weiß sie ganz genau! jeden abend schläft sie mit diesem gedanken ein. ich bin nicht anders. ich hab die oma! ich hab auch jemanden der mich lieb hat! auch wenn der onkel immer wenn er durch den hausflur geht, nur einfach so vor sich hinpfeift und so tut als wär sie gar nicht da, sie weiss dass sie da ist! auch wenn die oma immer schimpft weil sie mit schmutzigen füssen aus dem garten kommt weil sie wieder stundenlang im zwetschgenbaum gesessen ist. auch wenn die tante böse schaut weil sie zu laut gelacht hat und der stammhalter aufgewacht ist. 

..auch wenn die nachbarn immer noch tuscheln…..

sie muss in der ecke stehen im kindergarten…sie hat einem anderen kind die zunge gezeigt. böses mädchen. naja eh klar, was soll aus so einem unehelichen balg auch werden?

die schule beginnt. 


die volksschulklassenlehrerin ist lieb. sie macht keinen unterschied zwischen unehelich kindern und kindern mit eltern. sie mag sie. sehr. sie ist die einzige person die sie manchmal in den arm nimmt und ihr sagt dass sie stolz auf sie ist, weil sie das „a“ so schön geschrieben hat und die zierleiste unter der aufgabe besonders gelungen ist. das hascherl ist stolz…. sie giert nach anerkennung und ein bisschen lieb haben….

der kleine stammhalter(f) hat mittlerweile eine kleine schwester(g) bekommen. 

f und g haben es gut! sie haben eltern die sich liebevoll (!!) um sie kümmern. (jetzt mit den jahren des abstandes kann ich mich nicht erinnern das ich jemals gesehen hätte dass sie in den arm genommen wurden). die mama hat immer noch keine zeit. sie sagt zwar dass sie kommt aber sie tut es nicht. wochenende für wochendene sitzt sie mit ihrem kleinen schemel vor der haustür der oma und wartet…. 
aber keiner kommt!

der zwetschgenbaum ist ihr liebster freund geworden. dem dicken stamm und den verknorrten ästen vertraut sie ihre wünsche und träume an...

auch die schaukel ist ihre vertraute, sie schwingt und träumt und schwingt und der wind trocknet ihre tränen. sie baut luftschlösser..ist eine kleine prinzessin und hat schöne kleider an (keine von oma umgenähten von mama und tante). die volksschulzeit geht viel zu schnell vorüber....
sie weint sich oft in die dicken polster ihres bettes. eigentlich hat sie gar kein eigenes bett. sie schläft mit der oma in einem doppelbett in einem zimmer das im winter nicht geheitzt wird. aber wenn es ganz besonders kalt wird legt die oma heitzdecken in die betten und dann ist es kuschelig warm und weich und die eisblumen innen in den fenstern beginnen ganz langsam zu schmelzen. 

...aber die nachbarn tuscheln immer noch...

Dienstag, 13. August 2013

das hascherl...



sie ist ein bisschen über zwei jahre alt….

sie wird „abgegeben“!
kein platz für sie im leben ihrer mutter. 
diese lebt in der grossen hauptstadt, muss arbeiten und schauen dass sie selber über die runden kommt, das kind ist ihr „passiert“, war nicht gewollt, ist eine last die im weg steht. das jugendamt droht ihr das kind wegzunehmen, es in  ein heim zu geben. ein heimplatz wäre die alternative, oder eben zwischenlagerung bei der großmutter. 

den vater wird das hascherl nie wirklich kennenlernen…es gibt nur ein bild...





die großmutter ist ihr neuer lebensmittelpunkt. sie kann sich nicht mehr wirklich und bewusst an diese zeit erinnern. nur die paar erinnerungsfetzen aus den erzählungen der oma sind da. sie werden zu bildern im kopf…ihren erinnerungsbildern. die angst vor dem gezwitscher der vögel im garten, so ungewohnte geräusche sind das. da gibt es einen garten, pflanzen, tiere, eindrücke und gerüche die sie nicht kennt. all das macht ihr angst. fremde menschen, argwöhnische blicke. der onkel, der im gleichen haus, im modern ausgebauten ersten stock wohnt und dessen frau (die zweite tochter der oma) gerade schwanger ist mit ihrem ersten kind, schenkt ihr einen teddybären als kuschelersatz für die zeit danach, wenn sie wieder weg muss aus der kleinbürgerlichen idylle, wenn der stammhalter kommt und die großmutter zeit für diesen braucht. hier ist kein platz für ein uneheliches balg dass da in diese idylle eindringt. 

die nachbarn tuscheln schon….

sie ist ein kleines hascherl, dass nur wenig liebe kennt. die oma bemüht sich, will sie bei sich haben, ihr mann ist vor ein paar jahren gestorben und sie wünscht sich eine lebensaufgabe.. einen sinn, etwas dass das leben wieder lebenswert macht. da kommt sie, das kleine hascherl gerade recht. an die ersten jahre hat sie, wie gesagt, nicht wirklich eine erinnerung. die oma ist selber sehr lieblos auf einem bauernhof aufgewachsen und versucht ihr bestes um das kleine hascherl groß zu bekommen aber körperliche zuneigung, ein streicheln, ein lieb haben… kennst sie nicht, weil sie es selber nie erfahren hat. das hascherl erlebt den ersten schnee. den frühling und dann kommt der kleine stammhalter auf die welt. er ist der kleine lang ersehnte sohn der onkels. und ab diesem zeitpunkt fängt sie an zu erahnen und zu spüren wie es ist, nicht erwünscht zu sein. 

die oma gibt sich alle erdenkliche mühe, aber zuneigung und liebe geben und zeigen kann sie nicht. sehr früh prägen sich herbe worte ein. wenn du nicht brav bist, musst du ins heim. manchmal gibt es situationen die sie geniesst, wenn ihr die oma die langen haare kämmt und bürstet und geschichten aus ihrer jugend erzählt, vom krieg und vom bruder der gefallen ist, von situationen in denen sie sich vor den russen im keller versteckt haben. mit jedem bürstenstrich saugt sie diese zweisamkeit und vertautheit auf und es sind diese momente in denen sie einen hauch von körperlicher zuneigung spürt.   

es gibt kein fliessendes warmwasser im haus der oma. das waschwasser wird auf dem herd erhitzt und die kleine badewanne gefüllt zum waschen. es gibt auch kein wc sondern ein plumpsklo am hof. aber das hascherl kennt es nicht anders und es wird zur normalität. 

und die nachbarn tuscheln immer noch.

sie darf nur selten hinauf in den ersten stock, der stammhalter braucht ruhe. sie darf nicht zuhören wenn die tante dem stammhalter märchen vorliest und sie muss gehen wenn der kleine stammhalter sein essen bekommt, von dem sie auch so gerne etwas abhaben würde, aber sie schluckt den wunsch hinunter und geht zur oma ihr schmalzbrot essen.

sie ist einfach nur ein kleines hascherl…..


Donnerstag, 18. Juli 2013

wunderbare erfahrungen



upps….so lang nimma da gewesen…tja,,that´s life“…
so viel wie in den letzten wochen hab ich schon lang nimma erlebt…schön, entspannend, aufwühlend, lehrreich, liebevoll, emotional und bereichernd….


…so kann man es wohl bezeichnen!
zuerst zwei wochen urlaub im schönen kärnten am faaker see mit motorradtouren, 



wanderungen, chilligen abenden, gutem essen, intensiven gesprächen und traumhaftem wetter.


dazwischen ein bisserl arbeiten und dann ging es gleich zu meinem persönlichen highlight weiter, einem schauspiel-workshop, zum ersten mal in meinem leben. aber ich wollte es wissen! einmal in einen total konträren bereich eintauchen und mich einfach treiben lassen. einfach schauen was da so auf mich zukommt!



und was soll ich sagen … es war einfach phänomenal (wobei ich dieses wort sonst nicht gebrauche)… aber es trifft es am besten.
es war eine wunderbare erfahrung, schwer in worte zu fassen!!



ich habe aus diesen tagen sehr viel für mich mitgenommen (das hier aufzugliedern würde den ramen sprengen). wundervolle, eigentümliche, spleenige, aber auch gefühlvolle, innige und tiefgehende begegnungen und menschen hab ich an diesem zauberhaften ort im waldviertel  kennen, geniessen und lieben gelernt. ein grüppchen von menschen (von 27 – 69 jahren) aus unterschiedlichsten berufs- und lebenskategorien. wir alle haben im laufe dieses workshops eine menge gelernt und große fortschritte gemacht, ganz egal, ob jemand nun zum ersten mal in seinem leben gespielt hat oder sehr viel erfahrung mitbringen konnte. unendlich viel spass und freude am „tun“ hat uns diese tage (und nächte) begleitet. das thema war: „grosse szenen aus grossen filmen“


 
in rollen zu schlüpfen, figuren, szenen, situationen, ausschnitte, emotionen für sich selber umzusetzen, zu lernen und rüberzubringen….jeder einzelne hat es einfach genial gemacht.
leider kann ich euch hier unsere ergebnisse, die alle mitgefilmt wurden nicht präsentieren, aber einige filmtitel und gespielte ausschnitte kann ich euch nennen:


jim carrey: die maske
jeff daniels: dumm und dümmer
harry and sally: orgasmus
jerry lewis: gesangstd. aus: the patsy/die heulboje und frühstück aus the ladies man
brandauer: oberst redl – freitod
steve martin: pink panther / hamburger
good will hunting: kuss-szene
addams family: spaziergang auf dem friedhof
man in black: szene auf der bank und geburt
pulp fiction: drogen-szene mit uma thurman
ein fisch namens wanda:  wanda, archie und die neuen mieter
kill bill: lieblingsmensch
monty python: ministry of silly walks, parrot sketch und schwarzer ritter
gandalf und frodo, über leben und tod von gollum
fluch der karibik: rekrutierung, jonny depp, orlando bloom,
star wars: darth vaders tod
true lies: hotel-szene
matrix: rote oder blaue pille, verhör und ende, neo stoppt die kugeln
mr. and mrs. smith: love and hate und die pokerszene





eine erfahrung die ich nur jedem ans herz legen kann. einfach einmal alles hinter sich zu lassen, sich auf komplett neues einzulassen, es anzunehmen und umzusetzen.
keine minute aus den vergangenen wochen möchte ich missen.
habt eine schöne zeit ....